Umgangspfleger

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Fortbildung

 

Umgangspflegschaft im familiengerichtlichen Kontext

 

Im Herbst 2018 startet in Berlin unsere Fortbildung zum/zur Umgangspfleger/in

 

 

Die Fortbildung kann im Grundkurs (Start 2018) und Aufbaukurs (Start 2019) gebucht werden.

Jeder der beide Kurse besteht aus zwei Blockseminaren.

 

Die Fortbildung im Grundkurs legt Grundlagen für eine erfolgreiche und qualifizierte Tätigkeit als Umgangspfleger.

Die Fortbildung im Aufbaukurs beschäftigt sich vertiefend mit speziellen Fragen der Umgangspflegschaft, so etwa zur Arbeit in sogenannten "hochstrittigen" Fällen.

 

 

Rechtliche Éinordnung

Das Familiengericht kann eine Umgangspflegschaft anordnen, wenn ein oder beide Elternteile oder eine Person, in dessen Obhut sich das Kind befindet, dauerhaft und wiederholt ihre in § 1684 BGB Absatz 2 festgelegte Wohlverhaltenspflicht verletzen.

 

§ 1684 Umgang des Kindes mit den Eltern
(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.
(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.
(3) Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechts entscheiden und seine Ausübung, auch gegenüber Dritten, näher regeln. Es kann die Beteiligten durch Anordnungen zur Erfüllung der in Absatz 2 geregelten Pflicht anhalten. Wird die Pflicht nach Absatz 2 dauerhaft oder wiederholt erheblich verletzt, kann das Familiengericht auch eine Pflegschaft für die Durchführung des Umgangs anordnen (Umgangspflegschaft). Die Umgangspflegschaft umfasst das Recht, die Herausgabe des Kindes zur Durchführung des Umgangs zu verlangen und für die Dauer des Umgangs dessen Aufenthalt zu bestimmen. Die Anordnung ist zu befristen. Für den Ersatz von Aufwendungen und die Vergütung des Umgangspflegers gilt § 277 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit entsprechend.

http://gesetze-im-internet.de/bgb/__1684.html

 

 

 

Die Ausbildungsteilnehmer/innen lernen das Arbeitsfeld des Umgangspflegers und die Grundlagen seiner Tätigkeit, wie etwa den rechtlichen Rahmen und die Einbettung im familiengerichtlich bestimmten Kontext.

Bezug genommen wird auf angrenzende und sich teils überschneidende andere Arbeitsfelder, wie etwa dem der Jugendhilfe und der dort verorteten Jugendhilfeleistung Begleiteten Umgang.

Die Ausbildungsteilnehmer/innen erhalten Einblicke in die Tätigkeit angrenzender Professionen wie etwa des Verfahrensbeistandes, des Sachverständigen, des Ergänzungspflegers und Vormundes kennen.

Die Ausbildungsteilnehmer/innen lernen die Problemfelder der Umgangspflegschaft und einen fachgerechten Umgang damit kennen.

Die Ausbildungsteilnehmer/innen werden befähigt, mit Taktgefühl, Klarheit und Bestimmtheit die verantwortungsvolle Tätigkeit eines Umgangspflegers erfolgreich auszüben.

Die Ausbildungsteilnehmer/innen erhalten neben einer fundierten Qualifikation für die Tätigkeit als Umgangspfleger/in auch einen Einblick in das Thema Begleiteter Umgang, welches damit gegebenenfalls als weiteres Tätigkeitsfeld eröffnet werden kann.

 

 

 

I. Grundkurs

 

In zwei Blockseminaren lernen Sie die wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Tätigkeit als Umgangspfleger kennen.

Bereits nach dem ersten Blockseminar können Sie mit einer Fallaquise bei Familiengerichten in Ihrem örtlichen Umfeld beginnen.

 

Die Fortbildung findet jeweils Sonnabend und Sonntag statt.

 

Termine:

1. Blockseminar

 

Themen:

- Einführung in die Arbeit des/der Umgangspfleger/in

- Rechtliche Grundlagen der Tätigkeit des Umgangspflegers

- der Umgangspfleger und andere beteiligten Professionen (Familienrichter, Rechtspfleger, Rechtsanwälte, Jugendamt, Verfahrensbeistand, Sachverständiger, etc.)

- Schnittstellen von Umgangspflegschaft und Begleitetem Umgang

- Vergütung des Umgangspflegers durch die Justizkasse

- Fallaquise bei den Familiengerichten

 

 

2. Blockseminar

 

Themen:

- die Tätigkeit des Umgangspflegers in "hochstrittigen" Familienkonflikten

- Elternentfremdung und Umgangsvereitelung aus systemischer Sicht, Implikationen für die Führung einer Umgangspflegschaft

- zur Frage der Durchsetzung von familiengerichtlichen Beschlüssen durch den Umgangspfleger

- Rechnungsstellung des Umgangspflegers gegenüber der Justizkasse

 

 

 

Für die erfolgreiche Teilnahme am Grundkurs erhalten die Teilnehmer/innen eine Zertifikat (Grundkurs).

Für die Teilnahme am Aufbaukurs erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat (Aufbaukurs).

 

 

Seminarzeiten:

Sonnabend 10 bis 18 Uhr

Sonntag      10 bis 16 Uhr

 

Am Sonnabend und Sonntag sind je eine einstündige Mittagspause und zwei kleinere Pausen vorgesehen.

 

 

 

Kosten:

Grundkurs  300,00 €

Aufbaukurs 300,00 €

Bei gemeinsamer Buchung beider Kurse 10% Skonto.

 

 

Förderungsmöglichkeiten:

Für Fachanwälte Familienrecht gem. §15 FAO: anerkennungsfähig als Nachweis für 2017 wie 2018

Für Arbeitnehmer: Bildungsprämienförderung und Anerkennung für Bildungsurlaub je nach Bundesland

*bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen

 

 

 

Ausbildungsleiter:

Peter Thiel

Systemischer Berater und Therapeut (DGSF), Lösungsorientierter Sachverständiger

langjährige Tätigkeit als Umgangspfleger, Ergänzungspfleger, Vormund, Verfahrensbeistand und Sachverständiger im Auftrag verschiedener Amtsgerichte und Oberlandesgerichte

Langjährige Tätigkeit im Jugendhilfekontext, insbesondere im Begleiteten Umgang

 

 

Dozenten:

Stefan Nowak - Fachanwalt für Familienrecht

Dr. Herwig Grote - Systemischer Berater und Therapeut (DGSF), Lösungsorientierter Sachverständiger

 

 

 

 

Stand 15.03.2018